Erik Bosgraaf & filoBarocco bei den Händelfestspielen
Livekonzerte
Das Konzertprogramm "Telemann goes East" ist auch auf dem neuen Album "Folk Baroque" (Brilliant Classics) zu hören . Der Album-Titel könnte dabei fast ein neues Genre bezeichnen und steht für die Synthese aus Komposition und Improvisation: Ausgehend von Telemanns Handschrift Rostock – einer Sammlung volkstümlicher polnischer Melodien, z.T. mit einer Bass-Stimme – haben die Künstler die Melodien in eigenen Kompositionen verarbeitet und verbinden die Werke mit improvisierten Überleitungen. Zum Einsatz kommen die unterschiedlichsten Spieltechniken, und das "barocke" Repertoire verbindet sich mit lebendigen Volksmusiktraditionen zu oft erstaunlich modernen Klangfarben, die den Rahmen der „klassischen“ Alte Musik im engeren Sinne an vielen Stellen spielerisch aufbrechen.
Im Livekonzert übertragen sich die unbändige Spielfreude, der Esprit und der Humor der Musiker natürlich ganz besonders gut, zumal das Programm auch optische Überraschungen bereithält. Wir waren auch dabei und haben das Livekonzert hörend und sehend sehr genossen! Im neuen Album "Folk Baroque", dass am 1. Juni in Deutschland bei Brilliant Classics erscheinen wird, ist ebenfalls ganz viel von der Spielfreude zu hören, und das virtuose und technisch so versierte Spiel dieser Künstler der historischen Aufführungspraxis ist im jeden Fall beeindruckend.
Live ist Erik Bosgraaf in Deutschland im Juni beim Bachfest Leipzig (17. Juni) zusammen mit der Vokalgruppe amarcord und bei den Musikfestspielen Potsdam (27. Juni) wieder mit filoBarocco und dem Programm "Telemann goes East" zu erleben.
Erik Bosgraaf zählt international zu den profiliertesten Blockflötisten der Gegenwart – und zweifellos zu den abenteuerlustigsten. Der niederländische Musiker ist zudem als Dirigent tätig. Für Bosgraaf ist die Blockflöte eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. Sein Repertoire reicht von der Musik des Mittelalters bis zu zeitgenössischen Werken. Er improvisiert, spielt Jazz, nutzt Elektronik und arbeitet regelmäßig in genreübergreifenden Projekten zusammen mit Künstlern aus anderen Bereichen. Als Solist konzertiert er mit führenden Orchestern weltweit und wird häufig eingeladen, Ensembles selbst zu leiten – von der Blockflöte, vom Cembalo aus oder vom Dirigentenpult. Zahlreiche preisgekrönte CD-Einspielungen dokumentieren seine vielfältige künstlerische Tätigkeit.
filoBarocco besteht aus den Stammmitgliedern Francesco Facchini (Violine), Carlo Maria Paulesu (Violoncello) und Marco Baronchelli (Laute) sowie internationalen Gastsolisten und Kammermusikern.
Das Ensemble wurde 2018 gegründet und erhielt bereits im selben Jahr beim internationalen Wettbewerb „Marcello Pontillo“ eine besondere Auszeichnung für das „beste künstlerische Projekt“. Das Ensemble wurde zu mehreren internationalen Festivals und Veranstaltungsorten eingeladen, darunter das Ambronay Festival, die Händelfestspiele Göttingen, das Narodowe Forum Muzyki Wrocław, das Festival de Torroella de Montgrí, das Sofia Baroque Arts Festival und Ghislieri Musica. Von 2020 bis 2023 wurde filoBarocco für das renommierte EEEmerging-Programm (ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt für aufstrebende Ensembles) ausgewählt und zu Künstlerresidenzen in Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland, Polen, Lettland, Großbritannien und Rumänien eingeladen.
(Photo Credit: Wei Hung)
