John Field: Klavierwerke
Piano Classics im Juni
Der irische Komponist und Pianist John Field (1782-1837) gilt bis heute als „Vater des Nocturnes“, da er eine Gattung begründete, die später Chopin und Generationen von Klavierkomponisten der Romantik inspirierte.
Sein außergewöhnliches pianistisches Talent zeigte sich bereits in jungen Jahren und wurde von Muzio Clementi gefördert, der Field in London als Schüler annahm.
Die ersten drei Klaviersonaten entstanden 1801, als Field noch keine zwanzig Jahre alt war. In ihnen verbindet sich die klassische Sonatentradition mit jener lyrischen und poetischen Tonsprache, die später für seine Musik charakteristisch werden sollte. Während die Kopfsätze noch die Nähe zu Beethoven erkennen lassen, sorgen lebhafte Menuette für wirkungsvolle Kontraste. Die 16 Jahre später entstandene Sonate Nr. 4 zeigt Field schließlich mit einer verfeinerten, harmonisch reicheren Tonsprache.
Ergänzt werden die Sonaten durch eine Auswahl kleinerer Klavierwerke, darunter das Rondo on Del Caro’s Hornpipe, der Yearning Waltz, Variationen über ein russisches Volkslied und das Andante inédit. Sie erweitern das Bild eines Komponisten, der heute zwar in erster Linie mit seinen Nocturnes verbunden wird, dessen Klavierschaffen jedoch wesentlich vielfältiger ist.
Fields Sonaten fanden erst in den 1970er-Jahren wieder größere Beachtung, als sie erstmals eingespielt wurden. Gemeinsam mit den kleineren Werken dieser Aufnahme laden sie dazu ein, jenseits der berühmten Nocturnes weniger bekannte Seiten eines Komponisten zu entdecken, der die Entwicklung der romantischen Klaviermusik maßgeblich inspirierte.
Interpret der Aufnahme ist der britische Pianist Tyler Hay, der sich nicht zuletzt mit anspruchsvollem und selten zu hörendem Klavierrepertoire einen Namen gemacht hat. Für seine Einspielung der Klavierwerke von John Ogdon bei Piano Classics erhielt er großes Kritikerlob. Hay hat bereits mehrere Aufnahmen für Piano Classics und Brilliant Classics vorgelegt.
